Abhängigkeit


"Alles, was Sie wollen und alles, was Sie nicht wollen, ist jetzt schon da."

Die Abhängigkeit ist eines der meist genutzten Werkzeuge zur Entdeckung des eigenen Ichs. Die Handhabung ist dabei im Prinzip immer die gleiche: Der Mensch bindet sich an etwas außerhalb des eigenen Seins, im tiefen Glauben, es für die eigene Vollkommenheit zu brauchen. Es lassen sich tausende von unterschiedlichen und verwirrenden Facetten der Abhängigkeit erleben.

Kein Wunder, dass die meisten Menschen hier den Überblick verlieren und nicht mehr genau wissen, wie ihre Abhängigkeit aussieht, oder wieso sie diese gewählt haben.

 

Der Mensch kann sich in seinem Leben als limitiert und unvollkommen wahrnehmen. Dadurch entsteht in jedem Sein eine Leere, die man von außen beeinflussen kann. Massenbewusstsein, Karma, Glaube sind einige Beispiele dafür. Verbindet man diese Leere mit Drama, d.h. Verzweifelung oder Angst, ist man bereit vieles zu glauben um diese Leere zu füllen. Der Mensch hat also versucht und versucht, diese innere Leere zu füllen. Im Laufe der Zeit benötigte er immer mehr fremdes Bewusstsein, um zur inneren Ruhe zu finden. Die Geburtsstunde vieler neuer, genialer Abhängigkeiten.

 

Abhängigkeit entsteht also aus dem „Gefühl des Brauchens und Gebrauchtwerdens“. Eine Menge Energie verjubeln Menschen mit den Gedanken, was sie noch so alles benötigen: Autos, Häuser, Frauen, Sex, Drogen, Kinder, Geld, Gesundheit – „Wenn ich das alles habe, bin ich glücklich.“ – und kaum hat man diese "Löcher" gestopft, tauchen neue auf und man geht wieder auf die Suche nach "Erfüllung". Denn diese Erfüllung, alles, was Sie brauchen, haben Sie schon! Sich selbst!

 

Mithilfe der vielfältigen Abhängigkeiten auf dieser Erde wollen Sie sich nur klar machen, dass Sie keine davon brauchen. Sie können also auch diese Herausforderung umarmen, ihr danken und sie loslassen. Schwer zu glauben, dass ein Mensch ohne Frau, Freunde, Kinder, Drogen, Sex, ... ein glückliches Leben führen kann. Haben Sie es schon einmal ausprobiert?

 

Stellen Sie sich vor, Sie bräuchten nur eine Sache, um glücklich zu sein, zum Beispiel eine Frau oder einen Mann, ganz wie Sie möchten. Demnach existiert in Ihnen eine Leere, die diese/r Frau/Mann gerade ausfüllt. Existiert aber diese Leere tatsächlich in Ihnen, kann sie jederzeit größer oder kleiner werden und wird Sie dadurch andauernd beschäftigen. Denn Sie werden immer mal mehr, mal weniger, mal die eine Frau, mal die andere Frau brauchen um Ihr Sein komplett aufzufüllen. Schließlich werden Sie, für Ihre Vollkommenheit immer etwas brauchen und ständig danach suchen.

 

Diese Suche können Sie sehr lange betreiben und ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei, denn es ist eine wunderbare Erfahrung! Sollten Sie irgendwann mal genug davon haben, dann atmen Sie tief ein, definieren sich als voll(kommen) und Sie können Ihre Suche beenden.